Dortmund


Hansestadt zwischen Emscher und Ruhr

Für 1,70 Euro zeigt sich Dortmund von einer überraschenden Seite. Die Fahrt zu den zwei über 140 Meter hohen Aussichtsterrassen des Florianturms, mitten im Westfalenpark, ist nicht nur für Besucher ein Muss. Auf dem höchsten Fernsehturm Deutschlands anno 1959 muss auch der größte Skeptiker gestehen: die Aussicht ist unglaublich.

Noch erstaunlicher für Auswärtige ist die dann offensichtliche Tatsache, dass das 280 qkm große Stadtgebiet etwa zur Hälfte aus erholsamen Grünzonen und Parklandschaften besteht. Wer noch einen Kaffe und ein Stück Kuchen zusätzlich investiert, kann sich im Drehrestaurant innerhalb einer Stunde einen 360 Grad Panoramablick der Extraklasse verschaffen.

Dortmund bleibt dennoch eine der großen Montanstädte im Ruhrgebiet und mit 590.000 Einwohnern siebtgrößte Stadt Deutschlands. Die Erwartung, eine graue Industriestadt anzutreffen, die von Kohle, Stahl und Bier geprägt ist, wird jedoch enttäuscht. Das nachtragende Schmuddel-Image ist längst überholt. Denn bei Kohle und Stahl ist längst „Schicht am Schacht“.

Die letzten beiden Kohlebergwerke auf Dortmunder Stadtgebiet wurden 1985 und 1987 geschlossen. Die Fördertürme, markante Wahrzeichen, verschwanden aus dem Stadtbild und sind inzwischen Bestandteil von Industriemuseen. Die Wirtschaftsstruktur hat sich grundlegend gewandelt. Heute steht der Name Dortmund für einen zukunftsträchtigen Dienstleistungs-, Forschungs- und Hightechsektor.

Nicht zuletzt ist Dortmund bekannt für sein vielfältiges Einkaufsangebot. Die „Goldene Meile“, der Westen- und Ostenhellweg, und die Krügerpassage im Stadtzentrum bieten dem Einkäuferherz alles, was es begehrt. Ebenfalls im Stadtzentrum entdeckt der interessierte Besucher eine Vielzahl an kulturellen Sehenswürdigkeiten: Das Opernhaus des Theaters Dortmund fällt nicht nur durch seine außergewöhnliche Architektur ins Auge. Es bietet Sitzplätze für 1170 Zuschauer, die das Ballettensemble des Theaters und die Dortmunder Philharmoniker bei ihren Heimspielen erleben wollen.

Auch das 2002 eröffnete, neue Konzerthaus Dortmund ist ein Meilenstein der Musikkultur. Der Bau- und Klangkörper aus Stahl und Glas bietet über 1500 Plätze und verfügt über eine überragende Akustik. Über zwanzig Museen mit Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst des 20. Jahrhunderts, zur Kunst- und Kulturgeschichte, zur mittelalterlichen Stadtgeschichte und vielen weiteren interessanten Themen helfen im Bedarfsfall über Schlechtwetterphasen hinweg.

Für das Ruhrgebiet typische Sammlungen und Zeitdokumente sind in authentischen Industriedenkmälern wie der Westfalenhütte, Zeche Zollern und der Hansa-Brauerei zu besichtigen. Eine Vielzahl von Kirchen, darunter die Reinoldikirche und - gleich gegenüber - die Marienkirche, stammen aus dem tiefsten Mittelalter und spiegeln die lange Geschichte Dortmunds, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht, wider.

Bei soviel Hochkultur ist mancher froh, dass es in der Reviermetropole sehr wohl weniger anspruchsvolle und bodenständige Freizeitangebote gibt. Veranstaltungen wie „Dortmund á la carte“, das „Micro!Festival“ oder einer der größten Weihnachtmärkte Deutschlands runden das Angebot ab. So viel Freizeitaktivität macht hungrig und durstig. Und natürlich steht das kulinarische Angebot dem Kulturellen in keiner Weise nach. Wenn auch die Bierbraukunst nicht mehr zu den wirtschaftlichen Säulen der Stadt zählt, lässt sich doch die Nähe zur Gerste vielerorts nicht leugnen.

 

Eher Bier als Wein

In Dortmund wird immer noch eher Bier als Wein getrunken. Und das heimische Exportbier der ehemaligen Traditionsmarken Thier, Ritter, Stifts und Kronen wird nunmehr allein in der Dortmunder Actien-Brauerei DAB abgefüllt. Es schmeckt besonders gut zu westfälischen Spezialitäten wie Pfefferpotthast oder Möppkenbrot. Davon kann man sich in vielen Kneipen, Restaurants und Biergärten überzeugen. Dortmund ist eine Stadt, die zu besuchen sich wirklich lohnt.

 

Über 60 Kneipen, Bars, Discos, Restaurants und Cafés bieten das volle Leben außerhalb der eigenen vier Wände. Kleine Länderauswahl mit typischen Gerichten gefällig? Chinesisch, orientalisch, türkisch, spanisch, italienisch, japanisch, griechisch, australisch, argentinisch, kubanisch, amerikanisch, holländisch, indisch, deutsch, mexikanisch oder irisch lauten die Angebote für den hungrigen Fan wirklich internationaler Küche. Doch Vorsicht, wie der Name schon sagt, im Bermudadreieck soll schon so mancher spurlos verschwunden sein.

 


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