Krefeld

Eine Stadt wie Samt und Seide


Der Slogan hat zwar noch heute seine Bedeutung, längst aber nicht so wie im 18. Jahrhundert, als die Seidenproduktion und Textilindustrie boomte und der mit Abstand wichtigste und lukrativste Wirtschaftszweig der Stadt waren. Kaiser, Könige und Kardinäle, Napoleon und Friedrich II. etwa, gehörten zu den prominentesten Kunden prunkvoller Gewänder und kostbarer Stoffe aus Krefeld.

Zahlreiche Brunnen und Denkmäler erinnern überall in der Stadt an diese Wurzeln. Mittlerweile haben sich die einheimischen Textilhersteller eher auf Industrietextilien und ihre Veredelung spezialisiert, mit Ausnahme von Krawatten. Vier von fünf edlen und hochwertigen Bindern weltweit werden in Krefeld gefertigt. Im Frühherbst verwandelt sich die Krefelder Innenstadt in einen einzigen Laufsteg, in die größte Straßenmodenschau der Welt. Mehr als 500.000 Zuschauer lassen sich von gertenschlanken Models auf Großbühnen die jüngsten Trends in Mode und Design präsentieren.

Die knapp 240.000 Einwohner von Krefeld haben es wahrlich nicht schlecht in ihrer Stadt, die durch Eingemeindungen zwischen 1901 und 1975 auf 19 Stadtteile angewachsen ist. Das Stadtgebiet grenzt auf 6 Kilometern an den Rhein und ist - nach eigenen Angaben - die zweitgrünste Stadt Deutschlands. Theater- und Kulturprogramme an mehr als acht Spielorten, ein Multiplexkino mit 10 Sälen sowie ein Alternativkino, eine Vielzahl von Museen, mehrere Hallen- und Freibäder, über zwanzig Parkanlagen, ein Botanischer Garten und 17 Wochenmärkte bieten Besuchern und Einheimischen bunte Freizeitaktivitäten. Eine repräsentative City-Umfrage bei Passanten machte es quasi amtlich: 97 Prozent der Befragten befanden: In Krefeld-City findet man alles, und zwar auf kurzen Wegen.

Auch in der Kategorie Essen & Trinken kann Krefeld mit seiner illustren Gastronomieszene mit größeren Städten locker mithalten. Biergärten, Jazz-Keller, Restaurants, Diskotheken, Clubs, Kneipen, Straßencafès und eine traditionsreiche Hausbrauerei lassen niemanden verhungern, verdursten oder vereinsamen. Vor allem das obergärige Altbier hat in Krefeld Tradition. Die wirtschaftliche Konzentration in der Branche hat allerdings viele ortsansässige Brauereien sterben lassen. Erfolgreich behauptet hat sich das Traditionshaus Gleumes, das für seinen Hausausschank selber in Krefeld braut, aber auch das traditionsreiche Brauhaus „Herbst Pitt“ nach Originalrezepten beliefert. Das für viele Menschen eher eigentümliche Mischgetränk aus Altbier und Cola wird übrigens „Krefelder“ genannt, nicht nur in der Stadt selbst.

Ein "Krefelder" als Mischgetränk

Tierisch zur Sache geht es nicht nur im Krefelder Zoo, der viele Arten ohne störende Gitter oder Trennscheiben hält. Denn Pinguine haben nicht nur im Tierpark ihr Domizil, sondern vor allem im „KönigPalast“, der Spielstätte der erfolgreichen KEV Pinguine Eishockey GmbH, die 2003 sogar Deutscher Meister wurde.

Ein bißchen sportlich geht es auch am Pfingstwochenende rund um die Burg Linn und in der angrenzenden Linner Altstadt zu. Zünftig mittelalterlich gekleidet und auf historisch anmutenden, durchgestylten Ständen bieten 300 Händler und Handwerker vor malerischer Burgkulisse ihre Waren auf dem „Flachsmarkt“ feil. Flachsspinner, Lehm-und Mollenbauer, Waffenschmiede, Scherenschleifer, Blaudrucker, Seifen- und Perückenmacher zeigen ihre fast ausgestorbenen Handwerksberufe.

Die volle live-action auf mittelalterlichen Ritterspielen und Turnieren, vom Ringstechen und Helmschlagen bis zum Rolandsreiten und Lanzenstechen, wird von professionellen Ritter-Darstellern in detailverliebter Kostümierung gekonnt in Szene gesetzt. Sich dem Flair der historischen Musikgruppen, der Gaukler, Spielleute und Gerschichtenerzähler völlig zu entziehen, ist wirklich nicht ganz einfach.

(1)   Sehenswertes in Krefeld
(2)   Freizeittips für Krefeld