Köln


Kirchen, Kölsch und Karneval


Während  der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung mit den vier Jahreszeiten durchaus zurechtkommt, braucht der Kölner deren fünf, den Karneval nämlich. Die „Session“ geht vom 11.11. um 11.Uhr 11 bis Aschermittwoch. Sie gipfelt im Straßen- und Kneipenkarneval, der an Weiberfastnacht beginnt und am Rosenmontag endet. Diese
6 Tage versetzen die Stadt in einen Ausnahmezustand, in dem das Leben in Behörden und Geschäften teilweise zum Erliegen kommt.

Mehr als 1 Mio. Menschen feiern ausgelassen auf den Straßen, wenn der Rosenmontagszug durch die Innenstadt zieht. Das närrische Treiben findet dann seinen Höhepunkt und wird zum Ausdruck eines Lebensgefühls, das die Kölner Kultband „Die Höhner“ in ihrer Stimmungs-Hymne auf den Punkt bringen: „Da simmer dabei! Dat is prima! VIVA COLONIA! Wir lieben das Leben, die Liebe und die Lust...“ und dieses Motto gilt in Köln nicht nur für die „tollen Tage“. Womit wir mittendrin sind in der fröhlichen rheinischen Lebensart.

01-koeln-bei-nacht-ray59Die zeigt sich spätestens abends in einer der vielen urigen Kölner Kneipen. Im Martinsviertel gibt es davon eine neben der anderen. Und überall wird frisches „Kölsch“ gezapft, ein leichtes, helles, obergäriges Bier, das vom „Köbes“ (Kellner) in typischen 0,2 Litergläsern serviert wird. Für den Besucher wird es dann ganz schwer, den offenen unverfälschten Kölner Lebensstil zu ignorieren. Gute Laune ist nun einmal ansteckend. Nur ganz wörtlich nehmen kann man die rheinische Frohnatur nicht immer.

Der „halve Haan“ beispielsweise hat mit einem halben Grillhähnchen nichts zu tun. Ein schlichtes Käsebrötchen liegt stattdessen auf dem Teller. Der Name soll wie folgt zustande gekommen sein: Ein Gast bestellt eine Portion Käse mit Röggelchen. Der Kellner bringt das Brötchen und den Käse. Auf das ganze Röggelchen zeigend meint der Gast, dem das zu viel ist: "Jung, ich wollt doch nur ne halve han!" Doch keine Angst, Rheinische Spezialitäten zum Sattessen gibt es reichlich. „Himmel un Äd“ zum Beispiel, ein Gericht aus Äpfeln, Kartoffeln und „Flönz“ (gebratene Blutwurst), oder „Sauerbraten“, ein in Essig und Rosinen mariniertes Bratenstück vom Pferd oder Rind, oder Miesmuscheln, in Wein und Wurzelgemüse gekocht, mit Schwarzbrot und Butter, sollte man probiert haben.

Doch die größte Stadt am Rhein bietet natürlich nicht nur Deftiges für Leib und Seele. Köln ist vor allem eine kulturelle Metropole mit gut drei Dutzend empfehlenswerter Museen, Galerien, Kunstmessen sowie einer lebendigen Kunst-, Musik- und Theaterszene. Vom Volkstheater übers Schauspielhaus bis hin zum Musical Dome findet der verwöhnte Gast jede Menge Veranstaltungsorte mit Programmen der Extraklasse. Einzigartige Bauten aus Römerzeit und Mittelalter sorgen dafür, dass ein Stadtbummel sich nicht allein auf die Hohestraße und Schildergasse, die bekanntesten Shoppingmeilen, konzentriert.

Dazu trägt das prägnanteste Wahrzeichen der Stadt sein Teil bei: der Kölner Dom, der eigentlich Hohe Domkirche St. Peter und Maria heißt. Direkt am Hauptbahnhof gelegen, überragt die monumentale Kathedrale sinnbildlich alles. Mit 157 Metern Höhe ist sie die dritthöchste Kirche der Welt. Und selbst wenn ein Teil restauriert wird und eingerüstet ist, ist der Anblick von der Domplatte aus immer noch mehr als beeindruckend.

Beeindruckend ist auch die Kölnarena auf der anderen Seite des Rheins, den man entweder über eine der sechs Straßenbrücken überquert oder aber mit der Rheinseilbahn, die seit der Bundesgartenschau 1957 über 14 Millionen Menschen unfallfrei transportiert hat. In der 12500 Zuschauer fassenden Halle finden Sportgroßveranstaltungen und Konzerte statt. Shakira und Heino, natürlich nicht zusammen, stehen ebenso auf der Bühne wie Roger Waters und André Rieux. Abwechslungsreicher geht es musikalisch kaum noch. Und das ist wiederum symptomatisch für die ganze Stadt. Langeweile braucht hier keiner zu fürchten.

(1)   Sehenswertes in Köln
(2)   Freizeittipps für Köln